HAPPY HALLOWEEN

Am 31. Oktober bricht wieder die Unruhnacht herein. Kürbisse erwecken zum Leben und gruselige Gestalten streifen durch die dunklen Straßen. Die Wurzeln von Halloween befinden sich wohl in Irland und irische Einwanderer kultivierten die Tradition in den USA. Auch hier sind alle verrückt nach Halloween. Kostüme gibt es schon in Neugeborenengrößen und Spezialschnitzwerkzeug plus Schablone für den optimalen Gruselkürbis kann man an jeder Ecke kaufen. Thematisch passende Spinnweben in weiß oder neon sind an Hausfassaden total angesagt. In allen Cafés und Fast Food Ketten wird zurzeit saisonbedingt der “Kürbishype” aufgegriffen. Du kannst zwischen einem Pumpkin Pie Café Latte oder Pumpkin Spice Latte auswählen; ich bleibe lieber bei meinem klassischen Cappuccino.

Wir haben erstmalig unsere eigene Kürbiskreation ausprobiert. Und das ganz ohne Schnitzset und Schablone. Arbeitsteilung war angesagt… ich habe das Gesicht mit Kuli vorgezeichnet, der Kleinste im Bunde hat den Kürbis ausgehüllt und der Größte im Bunde hat ihn danach geschnitzt. Das Endergebnis, auf das wir drei echt stolz waren, stellten wir, beleuchtet vom chinesischen LED Teelicht, auf den Balkon. Nach etwa 10 Tagen wurde der abendliche Spaß richtig gruselig, denn der Kürbis fing von einem Tag auf den anderen an zu gammeln. Wir hatten unseren Kürbis zu früh geschnitzt; bis Halloween sind es ja noch ein paar Tage hin. Die Profis dekorieren erst jetzt ihre Kürbisse. Nun sind wir auch schlauer 😉 Wir hatten auch die Idee, das Kürbisfleisch anzubraten und zu essen… aber es war absolut ungenießbar; es schmeckte nach aufgewärmter Glibber-Qualle mit spaghettiartigen Fäden. Auch hier haben wir inzwischen gelernt: Essen tut man das Innenleben vom Halloween-Kürbis nicht, man röstet höchstens die Kerne im Ofen. Hätten wir das bloß früher gewusst. Ok, wir haben ja die kanadischen Profis auch nicht gefragt.

 

BYE HARPER

So, abschließend noch ein politisches Ereignis. Am 19. Oktober standen die Parlamentswahlen in Kanada an. Das war die 42. Generalwahl in der parlamentarischen Monarchie. Der Wahlkampf dauerte 11 Wochen an und war bisher der längste sowie teuerste in der kanadischen Geschichte. Lustig, wenn man das mit den direkten Nachbarn vergleicht: in Amerika steht die Präsidentschaftswahl erst in einem Jahr an und der Wahlkampf ist jetzt schon in vollem Gange, mit TV Duellen und allem Zick & Zack. Zurück zu Kanada: Viele sind der Meinung, dass Kanada einen politischen Wandel benötigt und das schlug sich auch im Wahlergebnis nieder. Der geforderte Wandel bezieht sich auf die schwache Wirtschaft,  hauptsächlich bedingt durch die gesunkenen Öl- und Gaspreise. Nach fast 10 Jahren wird der bisherige konservative Premierminister (=Regierungschef), Stephen Harper, abgewählt. Das Rennen machte der gerade einmal 43-jährige Justin Trudeau der linksliberalen Opposition. Die Bürger wählen nicht direkt den Premierminister, sondern die Abgeordneten des House of Commons (=Unterhaus) und der Parteichef mit den meisten Sitzen im Unterhaus wird üblicherweise Premierminister. Kanada hat 338 Wahlkreise und es wird in 6 Zeitzonen gewählt, das klingt abgefahren, oder?

 

Happy Halloween & Bye Harper

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