Am 1. April sind wir im Morgengrauen aufgestanden, um am Miami International Airport in den Flieger Richtung Westküste zu steigen. Leider haben wir die geplante Flugverbindung um 10 Minuten verpasst. Zum einen sind wir n Ticken zu spät aufgestanden (mit Kind dauert alles etwas länger; das hätten wir wissen müssen) und zum anderen hat der Check-In und Security-Check in Miami ewiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiig gedauert. Am Check-In gab es keine Warteschlange, sondern viele nette Pläuschchen unter Kollegen und mit uns. Die gründliche Analyse jedes einzelnen Babygläschens am Security-Check hat noch das Übrige dazu getan. Glücklicherweise gehen mehrere Flüge täglich von Miami nach Vancouver. So konnten wir 2 Stunden später von Miami starten, hatten dafür 7 Stunden Aufenthalt in Dallas. Die Absicherung, dass wir von Dallas nach Vancouver weiter fliegen konnten, hat uns 140 EUR für 2 Personen gekostet; ansonsten wären wir auf “Standby” gewesen. Um Mitternacht sind wir vollkommen kaputt in unserer Unterkunft in einem Vorort von Vancouver angekommen; nach etwa 20 Stunden Reisedauer. Unser Schätzchen hat alles ganz toll mitgemacht; er fragt sich inzwischen bestimmt schon, was seine irren Eltern als Nächstes vor haben.

Stichwort Gepäck: Wir hatten so was von Übergepäck…. von wegen 23 kg maximal pro Koffer. Es waren nicht nur 4 Koffer, sondern drei davon waren deutlich schwerer als 23 kg. Das Personal am Check-In war so kulant und hat uns nichts berechnet; das war bestimmt dank unserem Kleinen, Mr. Flirty. Es wurde einfach ein “Heavy”-Schild angebracht und das war’s.

Stichwort Immigration: Nach der ellenlangen Reise stand das Wichtigste noch an; die Beantragung vom Jahresvisum am Flughafen. Mit sehr, sehr müden Augen sowie leerem Kopf standen wir vor der Beamtin und hofften, keine komplizierten Fragen gestellt zu bekommen. Vor uns wurde eine chinesische Studentin ganz schön gemaßregelt, die anscheinend widersprüchliche Papiere vorgelegt hatte. Bei uns lief alles glatt; hatten alle Papiere ordentlich in einer Mappe beisammen – wie es sich für unsere Nationalität gehört 😉 Unser Schätzchen hat ebenfalls ein Jahresvisum, ein “Visitor Record”, erhalten und darf damit sogar in den Kindergarten bzw. in die Schule… nur arbeiten und studieren darf er damit nicht.

 

Was haben wir bisher erlebt:

  • Zwei Schwarzbären gesehen: Wir haben nicht schlecht gestaunt, als wir gerade mal ein paar Schritte in den Minnekhada Regional Park rein gelaufen sind und plötzlich, 50 m von uns entfernt, ein großer und ein kleinerer Bär den Spazierweg gemächlich überquerten. Bevor wir den Park betraten, hatte ich ein Bären-Hinweisschild gesehen und vorsichtshalber die ersten Sätze gelesen. Deshalb wusste ich, dass wir Krach machen sollten. Wir sind also stehen geblieben und haben uns laut unterhalten. Nachdem die Bären ihre Erledigungen gemacht haben, sind sie in aller Seelenruhe wieder im Busch verschwunden. Das war vielleicht eine Begegnung; Bären in freier Wildbahn sieht man ja nicht alle Tage. Und das hat unsere Stimmung an diesem total verregneten Tag deutlich gehoben.
  • Vancouver Island besucht: Um auf die Insel zu kommen, muss man von Vancouver aus anderthalb Stunden mit der Fähre fahren. Die Stadt Victoria haben wir auf der Insel angesteuert. An diesem Tag konnten wir uns zwei Wohnungen anschauen, die uns aber nicht umgehauen haben. Auch die Insel an sich hat uns nicht als Wohnort für die nächste Zeit begeistert. Dafür haben wir in einer Wohnsiedlung Rehe gesehen und auch sonst einen schönen, sonnigen Tag auf der Insel bzw. Fähre verbracht.
  • Vancouver Downtown angeschaut: Der Stadtkern von Vancouver ist vielseitig und interessant. Wir sind durch den Stanley Park spaziert und haben den Ostersonntag am Strand von Vancouver verbracht.
  • Durch Nord-Vancouver gefahren und umgeschaut.
  • Mietwagen wurde abgeschleppt: An einem sonnigen Mittag packte uns der Hunger nach einem längeren Behördengang. Ein leckeres vietnamesisches Restaurant in einer Einkaufsmeile war genau das, wonach wir suchten. Das Restaurant besaß keinen direkten Parkplatz, weshalb wir den Wagen im nahe liegenden Parkhafen abstellten. Das Essen kam recht schnell und als wir die Nudel-Stäbchen-Schlemmerei zur Hälfte auf hatten, schaute Uli zum Fenster raus und sagte plötzlich: “Hä, wo ist unser Wagen? Werden wir gerade abgeschleppt…. jaaaaa!” Und schon rannte er halb gesättigt und mit Stäbchen in der Hand los. Der Abschleppdienst hielt an und erklärte, der Parkplatz sei video-überwacht und dass “Nicht-Kunden” abgeschleppt werden. Für knapp 90 CAN Dollar konnten wir unseren Wagen frei kaufen. Das war der “Hinterher-Joggen-Sonderpreis”… normalerweise kostet der Spaß 120 CAN Dollar.
  • Gebrauchtwagen angeschaut: Wir brauchen dringend ein Auto für unseren ganzen Plunder. Deshalb nennen wir unser künftiges Auto auch “Plundertransporter”. In einer Woche geben wir den Mietwagen ab und bis dahin muss ein geräumiges Fahrzeug her. Unser Plunder hat sich schon vermehrt, denn wir haben jetzt die kanadische Version vom Trip Trap Hochstuhl und einen neuen Kinderwagen.

 

Es will ja wohl überlegt sein, wo man sich hier niederlässt. Deshalb werden wir uns weiter umschauen. Nächste Woche geht die Reise weiter. Wir fahren mit unserem Plunder nach Kelowna. Die Stadt ist 4,5 Autostunden von Vancouver entfernt und soll das “Kalifornien” von Kanada bzw. “Florida light” sein… also nix wie hin 🙂

 

Next stop: Canada

2 Gedanken zu „Next stop: Canada

  • April 10, 2015 um 9:01 am
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    Liebe Nadine,

    was für ein Wechselbad der Gefühle und Eindrücke!
    Dein sehr lebendiger Bericht macht mir das alles ein ganz klein wenig nachvollziehbar.
    Bären in freier Wildbahn sehen zu können – das entschädigt sicher für den krassen
    Temperatur- und Landschaftswechsel.
    Viel Glück bei der Auto- und Wohnungsfindung und natürlich auch sonst!
    Liebe Grüße Euch drei Weltenbummlern!
    Herzlichst
    Peti

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    • April 15, 2015 um 5:40 am
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      Ja, die Wohnungsfindung gestaltet sich etwas schwierig, weil wir uns nicht entscheiden, wo wir wohnen möchten.

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