Es gab kein Entkommen! Einige Tage vor Thanksgiving hörten wir überall “Gobble, gobble, gobble!” – ob im Radio, in der Lesestunde der Bibliothek, auf Werbetafeln oder im Kindermusikkurs. Nur an Thanksgiving selbst gab es nix mehr zu “gobblen”… Denn dem armen Truthahn war im Ofen wohl nicht mehr nach “gobblen” zu Mute 🙁  Das Geräusch, das der Truthahn vorm großen Fest macht, ist auf Englisch “gobble”.

Am 12. Oktober wurde in Kanada also Thanksgiving gefeiert. Seit den 50er Jahren wird in Kanada Thanksgiving am 2. Montag im Oktober gefeiert; davor war das Datum ziemlich variabel. Thanksgiving ist eine Art Erntedankfest, das schon die First Nations auf ihre Art und Weise gefeiert haben, lange bevor die Europäer kanadischen Boden betraten. Nur haben die Europäer wahrscheinlich die heutige Tradition stärker geprägt. Alles fing wohl mit dem Fest des europäischen Erforschers Martin Frobisher an, der sich so für das heile Anlegen in Neufundland im Jahr 1578 bedanken wollte.

Thanksgiving AbendessenUnsere Freunde, die wir in den ersten Tagen in Kelowna kennen lernten, waren so lieb und luden uns zu ihrem traditionellen Abendessen mit der Familie ein. Das war wirklich toll für uns drei! Es gab super viele Leckereien zu essen und alles wurde selbst zubereitet. Wie die Tradition es möchte, wurde ein Truthahn 6-7 Stunden lang im Ofen zubereitet. Dazu wurden soooo viele Beilagen serviert, dass ich fast die Übersicht verlor. Als selbst ernannte Buffetfräse (= Leute, die bei Buffets ordentlich zuschlagen) wurde mein Teller immer voller und ich kam aus dem Schlemmer nicht raus. Die selbstgemachte Cranberry-Sauce war der Hammer! Auch der Kleinste am Tisch konnte nicht genug davon bekommen und hätte fast seinen Löffel in die Schale mit der Cranberry-Sauce tief eingetaucht… ich war schneller und konnte ihn noch rechtzeitig davon abhalten. Es blieb ganz viel Essen über und unsere Freunde erklärten uns, dass sie daraus mehrere “Turkey Pies” am nächsten Tag zubereiten. Zum Nachtisch wurde u.a. Pumpkin-Cheesecake serviert, den wir unbedingt probieren mussten. Der absolut kalorienarme und locker-leichte, ähm mächtige, Nachtisch war ganz lecker. Er schmeckte kaum nach Kürbis und mehr nach Zimt.

Die Supermärkte waren vor dem langen Wochenende gut gefüllt und mir fiel auf, dass extrem viele Packungen Brotbrösel in Sonderflächen angepriesen wurden. Ich fragte mich, ob die Leute hier an Thanksgiving viel “Caesar Salad” essen. Aber nö, die Antwort bekam ich abends bei unseren Freunden. Mit den Bröseln wird der Truthahn gefüllt! Jetzt ist alles klar. Jedenfalls hatten die meisten Geschäfte auch an Thanksgiving geöffnet. Deshalb kommt es hier nicht dazu, dass die Läden so gerammelt voll sind wie in Deutschland vor den Weihnachtsfeiertagen.

Unser Kunstwerk

Gobble, gobble, gobble!

Ein Gedanke zu „Gobble, gobble, gobble!

  • November 8, 2015 um 6:43 am
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    Halli hallo,

    endlich komm ich mal wieder dazu zu lesen – die Maus wird gerade von Oma und Opa bespaßt.

    Und ich muss gleich mal gratulieren: Der junge Künstler hat ganze Arbeit geleistet 😀 … Nur eins darf man nicht vergessen: Die Signatur – sonst ist es evtl. später nur noch möglich an Vergleichsarbeiten den Pinselstrich zu deuten, um es dem großen Meister zuzuordnen. 🙂

    Ja, ich erinnere mich auch ganz dunkel an die Pampe namens “Stuffing”, die eigentlich gar nicht soo schlecht geschmeckt hat, aber es war schon etwas speziell – so aus dem P*p* der armen Pute.
    … Naja, hier gibt es ja sogarBierflaschen, auf die die Hühnchen im Ofen gesetzt werden, wie ich gestern mit leichter Empörung gesehen habe.

    Es ist toll, dass ihr so viel tolle Sachen erlebt und auch lieben Anschluss gefunden habt. Lasst Euch Zeit und genießt sie so gut es geht.

    Gaaanz liebe Grüße von uns 3 an Euch 3!
    Rita

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