Skyline Seattle

Seattle…

waren wir zum Glück nicht!!! Der Ausflug nach Seattle war eher eine kurzfristige Entscheidung. Die Fahrzeit beträgt laut Routenplanung gute 5 Stunden, also “keine Katastrophe” dachten wir uns. Also ging’s wieder ans geübte Klamotten- und Proviantpacken. Diesmal habe ich Kinderlieder aus unserem Kindermusikkurs aufs Handy geladen, um im Ernstfall ausgestattet zu sein… und, siehe da, die Mucke kam zwischendurch zum Einsatz. Früher war ich der Meinung, Kindermucke im Auto geht gar nicht… heutzutage sehe ich das anders… ich bekomme lieber Ohrenklingen von den gewöhnungsbedürftigen Klängen als vom Gejammer aus der Rückbank 😉 Und außerdem ist es niedlich wie von hinten Klatschgeräusche, Schenkelklopfen, etc. ertönen.

Für die Strecke brauchten wir 6h 30min mit Pausen und Grenzkontrolle. Und zu unserem absoluten Erstaunen konnten wir die knapp 500 km mit einer 40-Dollar-Benzinfüllung (ca. 37 EUR) zurücklegen!!! Spottbillig, wa? Die lange Fahrt wurde belohnt. Seattle ist eine sehr grüne Stadt, umgeben von Wasser und sie hat sehr viele Radwege. Als wir da waren, kam viel Wasser von oben runter, was Dank Regenjacken unproblematisch war und womit man Ende Oktober rechnen muss. Wir sind eine Woche geblieben; es war genau richtig – nicht zu kurz und nicht zu lang. An den ersten, eher trockenen Tagen konnten wir viele Sehenswürdigkeiten im Freien von unserer Liste abhaken.

Darunter waren die Ballard Locks mit zwei Schleusen und einer Fischtreppe, der Discovery Park mit seinem schönen Strandbereich und Leuchtturm sowie der Washington Park Arboretum. Zu Fuß haben wir Downtown und Pioneer Square (ehemaliges Downtown voller schöner Bausteingebäude) sowie das Seattle Center und den internationalen Bezirk mit asiatischen Restaurants und Supermärkten erkundet. Den Ganzjahresmarkt “Public Market Center” inkl. Restaurant “Athenian Restaurant aus dem Film Schlaflos in Seattle” und die widerliche Kaugummiwand an Post Alley (ich esse gern Kaugummi, aber das “Wandkunstwerk” war sogar mir zu eklig) kann man gut bei Regenwetter besuchen. Für unser Schätzchen standen auch Programmpunkte auf der Agenda: Monorailfahren, Riesenradfahren und Aquariumbesuch. Ein Erlebnis für die Großen war die Aussicht aus dem Columbia Center, das mit 285m das höchste Gebäude in Seattle ist… jaaaaaa, es ist ganze 100m höher als der bekannte Aussichtsturm “Space Needle”, der in Serien wie “Grey’s Anatomy” häufiger eingeblendet wird.

Dem Film “Schlaflos in Seattle” waren wir nicht nur im Public Market Center auf der Spur, sondern auch in West Seattle. In Alki Beach konnte sich der Kleinste im Bunde mit Gummistiefeln am Strand vergnügen, während Muttern und Vattern mit Kaffeebecher in der Hand (à la amerikanischer & kanadischer Eltern) entspannt zusahen… fast wie im Film 😉 Wir beobachteten erstaunt einen Triathlonbestreiter beim Schwimmtraining im eiskalten Wasser, ein bis zwei Seehunde bei der Futtersuche und entdeckten die kleine Version der Freiheitsstatue an der Strandpromenade.

Was in der ganzen Stadt nicht zu übersehen war, ist die Fanliebe zu den Seattle Seahawks, ihrem American-Football-Team. Auf den Strassen oder hinter dem Tresen in Geschäften/Esslokalen sitzt mindest eine Person mit Seahawk Shirt, Kaputzenpulli, Mütze oder Jacke. Seattleites sind so stolze und laute Fans ihres Teams, dass die Flagge mit einer 12 beschriftet wurde; die Zahl steht für den 12. Spieler = Fan. Die Flagge verziert auch zahlreiche Balkone und Außenfassaden von Geschäften. Und wer immer noch nicht genug vom Team hat, bestellt sich ein Cupcake mit Logo bei “Cupcake Royale” oder bestaunt den versenkten Helm im Aquarium.

Eine andere interessante Sache an Seattle ist der Gründergeist. Wusstet ihr, dass 1907 das Logistikunternehmen UPS von einem 19-Jährigen in Seattle gegründet wurde? Oder, dass Starbucks im Jahr 1971 dort sein erstes Geschäft eröffnete, und dass das älteste Starbucks Geschäft immer noch in Downtown Seattle existiert? Oder, dass Boeing als Wasserflugzeug-Hersteller in Seattles Umgebung begann und heute das größte Luft- und Raumfahrtunternehmen weltweit ist? Oder, dass Bill Gates in Seattle geboren und aufgewachsen ist?

Halloween haben wir in einem großen Einkaufszentrum außerhalb von Seattle verbracht. Es hat den ganzen Tag aus Eimern geregnet und so macht die “Trick or Treat” Jagd draußen leider keinen Spaß. Die Kassen aller Geschäfte hatten Süßigkeitenschüsseln für die vielen verkleideten Kinder. Als wir am frühen Abend zurück fuhren, sahen wir einige Kindergruppen mit Eltern auf Schlickereienjagd in der Nachbarschaft. Nicht alle Häuser waren dekoriert. Wenn im Haus das Licht nicht brennt und die Vorhänge zu sind, gibt es da nix zu holen… das ist wohl das unausgesprochene Gesetz zu Halloween. Die Amerikaner verzieren ihre Häuser etwas makaberer als in unserer West Kelowna Nachbarschaft. Manche Vorgärten waren voller Grabsteine und Skelette und das sah im Dunkeln zum Wegrennen aus.

Im Supermarkt “Trader Joe’s” plünderten wir das Käseregal, denn in Kanada ist unser europäischer Käse sehr teuer. So wanderten mehrere Packungen schweizer, italienischer, spanischer und französicher Käsesorten in den Einkaufskorb. Mit unserem großen Käsevorrat verließen wir die USA und fuhren zurück ins geliebte West Kelowna. Eine Stunde von West Kelowna entfernt, liegt schon Schnee. Die unheimlich großen Tannenwälder sehen mit Schnee bedeckt sooooo schön aus. Ho, ho, ho… wir konnten Santas Schlitten förmlich schon klingeln hören. Zuhause wurde auch gleich am nächsten Tag für Weihnachtsstimmung mit Kerzen und Lichterketten gesorgt. Dieses Jahr dauert in unseren 4 Wänden die Vorfreude acht Wochen lang!!! Frohe Weihnachten schon mal 🙂

Und wie immer, zum Schluss noch ein paar Fotos:

Schlaflos in…

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