Obwohl man hier alles gemütlich mit dem Auto erledigen kann (und meistens auch muss), sind die Leute ziemlich fit. Vielleicht liegt es daran, dass sie sich trotzdem ausreichend bewegen? Zumindest lässt die Vielzahl an angebotenen Aktivitäten im vierteljährlich herausgebrachten Heft “Recreation Guide” so etwas vermuten.

Vom äußeren Erscheinungsbild unserer direkten Nachbarn können wir schließen, dass die Nähte ihrer Kleidung auf eine harte Probe gestellt werden. Denn das muskelbepackte Paar trainiert wohl fleißig im Studio. Einen Morgen haben wir sie in der Garage getroffen; sie trugen beide jeweils einen Plastikkanister mit blauer Flüssigkeit in der Hand… ich dachte erst das sei Frostschutzmittel für die Scheibenwischanlage, später fiel mir ein, dass es sich um isotonische Getränke handelt 🙂 Wir haben uns jedenfalls auch seit einer Weile in die Indoorsportfraktion eingereiht – draußen würden wir bei den eisigen Temperaturen festfrieren. Schwimmbad und Fitness-Studio liegen quasi vor der Haustür! Und das Beste daran: keine Mitgliedschaft erforderlich, kostengünstig und vormittags wird Kinderbetreuung angeboten.

Sonst konnten wir uns passiv ebenfalls sportlicher Ereignisse erfreuen. Im Sommer waren wir ein- / zweimal beim Baseballspiel der Kelowna Jays. Bei Spielen in kleinen Stadien sollte man definitiv weiter weg parken, denn sonst fliegt gerne mal so`n harter Ball aus dem Stadion raus und direkt aufs Autodach… kein Scherz! Nachdem wir einige Bälle übers Netz fliegen sahen, haben wir schleunigst umgeparkt.

Und natürlich darf der Besuch eines Hockeyspiels nicht fehlen!!! Wenn sogar ein Augenlaserzentrum im Radio für klareren Durchblick beim Hockeyschauen wirbt, kann die Sportart einfach nur total WICHTIG für Kanadier sein. Wir waren bei einem Spiel der West Kelowna Warriors (jaaaaa, West Kelowna hat ein eigenes Eishockeyteam… College-Liga). Die Spieler sind zwischen 16 und 20 Jahre alt. Die Atmosphäre im Stadion ist sehr familiär; da sitzt eine Oma mit Strickzeug in der Hand und verfolgt gebannt das Spiel mit ihrem Mann, ein anderes Paar schwingt die Kuhglocke nach einem Tor und die Teenager sitzen aufgestylt nebeneinander. Auch das Spiel ist eher ruhiger. Da die Kelowna Rockets in einer höheren Liga spielen,  ist ihr Spiel schneller, aggressiver und 10 Bucks teurer. Schlägereien auf dem Eis sind beim Hockey in den nordamerikanischen Ligen wohl normal, aber gleich 3 in einem Spiel waren schon heftig. Frei nach dem Zitat “Red ice sells hockey tickets” von Bob Stewart. Ich bin froh, dass uns die Schlägereien erspart geblieben sind, als wir vor kurzem noch einmal mit unserem Schätzchen nachmittags bei den Kelowna Rockets waren. Vielleicht wurden die Spieler angehalten, sanft zu spielen, weil sehr viele Familien anwesend waren? Keine Ahnung, auf jeden Fall ist die Sportart schon irgendwie faszinierend, abgesehen vom roten Eis 😉

Sportskanonen

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