SchwimmbadJa, die Badesaison hat begonnen.

Das Schwimmbad unter freiem Himmel von unserem Condo wurde diese Woche gewienert, befüllt und schlussendlich geöffnet. Kurze Zeit später sprangen schon die ersten Kinder mit Luftmatratze und Planschtieren im Schlepptau ins Wasser. An diesem Tag waren es gerade mal 24 Grad in der Sonne, aber das ist ja kein Hindernis, sofort im Freien ins Wasser zu springen. Na gut, der Pool ist beheizt. Trotzdem… die Kanadier rennen ja schon seit Anfang April (oder vielleicht auch früher; wir sind ja erst seit dem 1. April hier) in Flip Flops herum, da hatten wir noch Fleecejacke und dicke Pullover an. Die innere Wärme ist wohl in ihrem Genpool fest verankert. So sind also schon die Kleinsten echt abgehärtet und kennen keinen Schmerz. Auch im Okanagan Lake ist schon Einiges los, obwohl die Sommerferien noch nicht begonnen haben. Die ersten Leute lassen sich auf zwei Brettern oder einem vom Boot ziehen und sie haben dabei keinen Neoprenanzug an. Oder Jugendliche springen mit ihren Freunden seit Wochen vom Steg mit Wasserseilbahn ins Wasser und es ist völlig egal, ob danach die Kiefer und Knie vor Kälte schlottern. Hauptsache alle haben Spaß. Der See ist ja auch schon ganze 16 Grad warm!!! Ich habe mich auf der offiziellen Website für kanadische Gewässerkunde etwas informiert. Im Januar betrug die durchschnittliche Wassertemperatur gerade einmal 4 Grad, da sind die jetzigen 16 Grad doch vergleichsweise warm, oder? Im Hochsommer soll die Spitzenwassertemperatur max. 24 Grad erreichen.

 

OgopogoOgopogo

Der Okanagan See hat eine Maximaltiefe von ca. 230 m, ist allerdings durchschnittlich um die 80 m tief. Er hat außerdem eine Fläche von 351 km² und friert deshalb im Winter nie zu. Die Traumblase vom romantischen Eislaufen in der Natur ist somit zerplatzt. Wie in so vielen anderen Seen weltweit lebt in diesem selbstverständlich auch ein Ungeheuer. It’s a snake. It’s a horse. It’s a goat. No, it’s Ogopogo! Es wurde “Ogopogo” genannt bzw. von den First Nations “N’ha-a-itk”. Angeblich hat das Monster Ogopogo schon von den kanadischen Ureinwohnern ein Lebendopfer gefordert, um eine sichere Überquerung vom See zu gewährleisten. Da wurde in der Gruppe wohl immer “Eene meene Muh und raus bist du…” gespielt, um aus zu losen, wer dieses Mal dran ist 😉 Das ist ja gar nicht nett; wie schön, dass es heutzutage Brücken gibt. Im Jahr 1991 wurde die gründlichste Expedition auf der Suche nach dem Seeungeheuer durchgeführt, die leider nichts gefunden hat. Und die Videoaufnahmen und Fotos von Laien sind nicht gerade aussagekräftig. Ogopogo lebt schon längst nicht mehr im Wasser, denn an jeder Ecke und in jedem Souvenirladen in Kelowna ist er zu finden.

Der Spruch “Ein Indianer kennt keinen Schmerz” trifft nicht auf mich zu. Ich werde noch einige Wochen brauchen, um mit meinen Füßen vorzufühlen, ob ich im See baden werde. Da muss es schon ein verdammt heißer Tag sein. Apropos Temperatur… Anscheinend haben die Leute hier wirklich recht mit der Wüstenhitze… Gestern hat unser Autothermometer schon 31 Grad Außentemperatur angezeigt… Der Sommer wird wohl echt heiß. Und jedes Mal fragen wir uns aufs Neue, ob wir wirklich in Kanada sind oder ob uns das Navi einen Streich spielt.

 

Was gibt es sonst noch Neues…

Bibliothekausweis… A haven for curious minds

Wir sind jetzt stolze Besitzer eines Bibliothekausweises der Okanagan Regional Library. Da ist mir erstmal bewusst geworden, wie lange ich schon nicht mehr eine Bibliothek von innen gesehen habe. Das muss direkt nach Abgabe der Diplomarbeit im Jahr achtzehnhundert… , hehehe, gewesen sein; also das liegt viele Jahre zurück. Dabei ist dieser Ort wunderbar. Unsere Bibliothek eher klein ist, aber die insgesamt 29 Niederlassungen der Region Okanagan sind miteinander vernetzt. So kann man sich jedes Buch aus dem Verbund online bestellen und zur Wunschbibliothek schicken lassen. Außerdem gibt es eine kleine Abteilung mit Büchern auf Spanisch… voll toll. Donnerstags findet die kostenlose Veranstaltung “Story time” für Kinder statt und man hat online Zugriff auf Zeitschriften, E-Books, etc. Daumen hoch!

Ein Indianer kennt keinen Schmerz

2 Gedanken zu „Ein Indianer kennt keinen Schmerz

  • Mai 25, 2015 um 6:45 am
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    Liebe Nadine,

    Dein Bericht klingt nach “Wir sind erst einmal angekommen.”
    Entspannt, gemütlich, neugierig, zufrieden.
    Vielleicht wird der See schneller warm, wenn Du das Ungeheuer
    lieb bittest?
    Bei jetzt schon 31°C draussen wird der Wunsch nach Abkühlung
    bestimmt bald übermächtig.

    Allerliebste Grüße
    Peti

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  • Juni 1, 2015 um 5:17 am
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    Ich versuche die Tage mal Ogopogo anzutreffen und werde es bitten, den See schnell aufzuwärmen. Die beiden Ulis kriegt es aber nicht zum Frühstück 🙂

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