Maple leaf

Nach fast 10 unvergesslich schönen Monaten in Kanada möchte ich das Erlebte grob zusammenfassen:

  • Als wir am 1. April am Vancouver International Airport kanadischen Boden betraten, war keinem von uns klar, wohin die Reise führt. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal, dass es überhaupt einen Ort namens Kelowna in British Columbia gibt. Eigentlich wollten wir uns eine Bleibe in Vancouver oder Vancover Island suchen. Durch einen Geheimtipp von Mamas Arbeitskollegin sind wir erst auf Kelowna aufmerksam geworden. Dass es uns dann auch noch im eher ländlichen und abgelegenen West Kelowna so gut gefällt, ist überraschend. Ich freue mich, das entspannte Leben abseits der Großstadt kennen gelernt zu haben. Die Gelassenheit und Freundlichkeit hat uns sehr gut getan. Auch die Tatsache, dass wir mit Kind aus der Komfort-Zone “Deutschland” raus gegangen sind, war eine tolle Erfahrung, die wir nie, nie, nie vergessen werden. Wir haben gelernt, die Sachen zu nehmen wie sie sind und, wenn nötig, mit viel Spaß zu improvisieren.
  • Die unendlichen Weiten Kanadas sind atemberaubend. Es gibt so viele verschiedene Landschaften zu entdecken. Die Provinzen an der Ostküste sollen ebenfalls traumhaft sein. Wir sagen deshalb “Aufwiedersehen” Kanada… wir kommen wieder 😉 Im Okanagan Valley findet man die optimale Kombination aus einem heißen Sommer und einem milden Winter, deshalb lassen sich auch viele Pensionierte dort nieder.
  • Ein Hoch auf Skype, Hangouts, WhatsApp und Mailprogramme! Dank dieser Medien fühlen wir uns Familie und Freunden nicht so fern, obwohl doch tausende von Kilometern zwischen uns liegen. So lässt es sich im Ausland wirklich ganz gut aushalten und man ist grob im Bilde, was daheim so passiert. Jedoch spielt einem die Fantasie nach einiger Zeit einen Streich… der vollständige Entzug der Sozialkontakte aus Deutschland hat dazu geführt, dass wir hin und wieder in einigen Kanadiern unsere Verwandten und Freunde aus Deutschland sehen.
  • Uns fällt es nicht leicht, Abschied von West Kelowna zu nehmen… Abschied von der Landschaft, von Bekannten&Freunden und von der geräumigen Wohnung mit zwei vollen Badezimmern. Freundschaften zu knüpfen und zu pflegen ist meiner Meinung nach etwas unkomplizierter als in Deutschland. Die Menschen sind von Anfang an sehr offen und Treffen werden spontan anberaumt. Im Allgemeinen sind die Leute im Okanagan sehr gesprächig, entspannt, witzig und freundlich, ohne dabei aufgesetzt oder künstlich zu wirken. Wenn man sie näher kennen lernt, machen sie auch kein Geheimnis aus Verdienst und Kaufpreis ihres Hauses. Wie das Miteinander in Vancouver und anderen Großstädten ist, wissen wir nicht.
  • Der größte Luxus an unserer Auszeit ist “Zeit” zu haben… Zeit füreinander, für Ausflüge, eigene Hobbies/Projekte, für ein spannendes Buch oder mal eine gepflegte Siesta, für sportliche Betätigung morgens während der passionierte Snackmeister in die Kinderbetreuung wandert, etc.
    Zeitdruck, was war das nochmal?
  • Im Vergleich zu Deutschland sind die Lebensmittelpreise in British Columbia sehr hoch. Wenn man in Kelowna/ West Kelowna lebt, ist der Spaß am Online Shoppen durch lange Versandzeiten und teilweise hohe Versandkosten nicht ganz so groß. Auch der Post- und Paketversand nach Deutschland sind mega-teuer und dauert.
  • Ohne fahrbaren Untersatz ist das Leben im Okanagan stark eingeschränkt; ein öffentliches Busnetz ist aber vorhanden. Wir vermissen unsere TransPlunder soooooo doll… heute haben wir uns einen Mietwagen für die letzten Tage hier genommen, der Golf-Größe hat, uns aber wie ein Gokart vorkommt… plötzlich fehlt einem der Weitblick beim Fahren, man ist auf Reifenhöhe anderer Fahrzeuge und den Kleinen einzuladen, ist eine akrobatische Höchstleistung. Jaaaaaaaaa, verwöhnt sind wir! Im Ernst jetzt, wir erkennen die Straßen gar nicht mehr und sind immer kurz davor, uns zu verfahren, weil die Welt auf Höhe der Bordsteinkante anders aussieht als aus dem 1. OG 😉
  • Das Fehlen eines Haus-Kinderarztes war erst komisch. Ich bin sehr froh, dass wir gar keinen Arzt in der ganzen Zeit aufsuchen mussten, auch wenn eine gute Infrastruktur an Allgemeinärzten vorhanden ist. Die nötigen Impfungen gab es im Gesundheitszentrum.
  • Meine große Sorge: was wird jetzt aus dem traditionellen “Pancake Samstag” mit leckerem Ahornsirup? Die Tradition sollten wir unbedingt beibehalten 😉
  • Jetzt müssen wir noch hurtig den Hausstand ausmisten, verschenken, verkaufen sowie den gesamten Plunder in die Koffer stopfen und die Wohnung putzen. Unsere Klamotten haben wir in der Zwischenzeit komplett ausgetauscht… nicht nur weil man hier schöne Klamotten kaufen kann, sondern auch weil die dauerhafte Nutzung vom kanadischen Trockner die Kleidung rissig und blass gemacht hat. Außerdem hatten wir beim Shoppen auch immer im Hinterkopf, dass alles noch in die Koffer passen muss. Wir fliegen leider nicht mit 3x 23 kg Richtung Florida, sondern mit 4x 23 kg… mal wieder den Blog-Titel verfehlt… der Schuldige ist schnell gefunden… der Kleinste im Bunde braucht eben noch spezielle Ausstattung wie Reisebett, Autositz und Kinderwagen und das muss irgendwie verstaut werden.
  • Letzter Logbuch-Eintrag: derzeitige Wetterverhältnisse in West Kelowna: +2 Grad Außentemperatur, 90% Luftfeuchtigkeit, 10 km/h Wind, bewölkt, Schnee liegt seit dem 17.12.15

 

->NEXT STOP: Inverness in Zentralflorida am 19.01.16!

Wir haben genug Spaß im Schnee gehabt. Nun ziehen die Snowbirds in den Süden… deshalb wird es wieder Zeit für Florida. Meine Familie ist in der Zwischenzeit aus Miami weggezogen und hat sich im eher ländlichen Inverness niedergelassen; da fühlt sich das West Kelowna Trio bestimmt gleich wohl 🙂 Wir fliegen erstmal nach Orlando und fahren dann mit dem Mietwagen weiter nach Inverness. Dort bleiben wir 2 Wochen bei meiner Familie, um danach in South Beach bis Ende April zu bleiben.

Fazit Kanada

2 Gedanken zu „Fazit Kanada

  • Januar 15, 2016 um 8:38 am
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    Hallo Nadine,
    gerade habe ich das Kapitel gelesen und nun möchte ich gerne etwas antworten, nur weiß ich nicht, was genau 😉
    Auf jeden Fall freue ich mich sehr für Euch, dass Euer Abenteuer so positive Eindrücke hinterlässt. Es ist auch schön, daran erinnert zu werden, dass nicht immer alles schnell oder auch überhaupt “funktionieren” muss. Vergisst man hier im Berliner Alltag ganz gern 😉
    Auch wenn die Abreise schwer fällt – ich bin mir sicher, dass ihr euch zu Hause auch schnell wieder einfinden werdet und, nicht zuletzt, freuen auch wir uns Euch Ausreißer wiederzusehen 🙂

    Genießt die Sonne und viele liebe Grüße!

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    • Februar 12, 2016 um 2:36 pm
      Permalink

      Danke für die herzlichen Worte zum Schluss. Wir freuen uns auch auf ein Wiedersehen! Mal schauen, wie uns das Berliner Leben wieder schmeckt 😉

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